© Sandra Kosel 2018

10 Baustellen

10 Baustellen – vordergründig mag das wohl kein sehr spannendes Thema sein, doch für die Wohnbauvereinigung

für Privatangestellte ist es ein ganz besonderes: Diese zehn Projekte befinden sich nämlich allesamt in diesem Jahr 2014 in Bau.
So viele 
auf einmal hat die Wohnbauvereinigung in ihrer mittlerweile 61-jährigen Geschichte noch nie innerhalb eines Jahres in Bau gehabt. Ungefähr 650 geförderte Mietwohnungen, 300 Studierendenheimplätze, ein Wohnheim und ein Gymnasium sind in diesem Jahr in Errichtung oder werden übergeben.Das ist eine großartige Leistung aller daran Beteiligten und die Wohnbauvereinigung möchte sich dafür ganz herzlich bedanken. Dieser Dank gilt – um die Bandbreite der Handelnden darzustellen – von den bei jedem Wind und Wetter tätigen Bauarbeitern bis zu den zuständigen Beamtinnen und Beamten in den Behörden der Stadt Wien. Uns stellte sich nun die Frage, wie wir diese gewaltige Bauleistung ins rechte Licht rücken und dabei den für die Wohnbauvereinigung typischen unkonven-tionellen Ansatz wahren könnten. Kulturwissenschaftler Vitus H. Weh hat das Fotoprojekt kuratiert, im Rahmen dessen zehn Künstlerinnen und Künstler jeweils eines der in unterschiedlichen Stadien befindlichen Bauvorhaben ins jeweils individuelle Visier genommen haben. Nicht die Technik, nicht die Architektur, nicht das Erwartete steht im Fokus, sondern die Phantasie, die Vision, das Ungewöhnliche: ob inszeniert oder künstlerischdokumentarisch betrachtet, es öffnen sich jedenfalls Sichtweisen, die die Singularität jedes einzelnen Projekts betonen.

 

 

 

Auf der anderen Seite der Strasse

Der Titel „Auf der anderen Seite der Strasse“ bezieht sich auf die georaphische Lage und die Einbettung des Bauprojekts Waldmühle Rodaun. Die Baustelle liegt nahe des Wienerwaldes und unweit des angrenzenden Bundeslandes Niederösterreich. Das Projekt befindet sich im ersten Drittel der Bauphase. Der städtisch-erweiterte Raum und dessen zukünftigen BewohnerInnen noch kaum spürbar, so treten Maschinen, ArbeiterInnen und Rohbauten in den Hintergrund. Hervorgehoben wird der „Bauraum“ als Naturschauspiel, das Pendel schwingt zwischen Natur- und Wohnraum.